Hyperhidrosis axillaris (Hyperhidrose)
Für den Patienten bedeutet Hyperhidrosis Axillaris (Hyperhidrose) eine starke Belastung seines Soziallebens, weil Krankheitsschübe sehr plötzlich eintreten können und sich nicht steuern lassen. Circa 1-2% der Deutschen leiden unter der Krankheit, die sich durch eine übermäßige Schweißproduktion äußert - unabhängig von Wärme oder Kälte, Tages- und Jahreszeit. Deshalb ist eine Therapie dringend anzuraten.Konservative Therapie
Primäre Therapie der Hyperhidrosis axillaris ist die Behandlung mit Deodorantien und aluminiumchloridhaltigen, auch medizinisch verordneten Mitteln. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Deodorantien abends vor dem Schlafengehen aufgetragen werden, da das Aluminiumchlorid in die Schweißdrüsen eindringen muss, um diese dauerhaft zu verschließen. Sollte diese Behandlung nicht zum gewünschten Therapieerfolg führen, gibt es weitere Behandlungsoptionen.
Zum einen besteht die Möglichkeit der Injektion von Botulinumtoxin in die Achselhöhlen. Sie unterdrückt das Schwitzen sicher für sechs Monate, muss dann allerdings wiederholt werden.
Bei der Therapie der Hyperhidrosis plantaris und palmaris, also des übermäßigen Schwitzens der Handflächen und Fußsohlen, hat sich die Leitungswasser-Iontophorese bewährt, bei der der Patient die betroffenen Körperstellen in zwei mit Leitungswasser gefüllte Kunststoffwannen hält, durch die ein schwacher Strom geleitet wird. In den Achselhöhlen ist der Erfolg jedoch meist nicht ausreichend.
Operative Therapie: Schweißdrüsenkürettage
Bei Versagen sämtlicher konservativer Therapiemethoden besteht die Möglichkeit der operativen Therapie. Hier wird in örtlicher Betäubung über einen kleinen Hautschnitt eine Kanüle in die Achselhöhle eingeführt, mit der die Schweißdrüsen abgesaugt werden. Da dies als alleinige Therapie in der Regel keinen ausreichenden Erfolg bringt, werden mit einem scharfen Löffel die Schweißdrüsen nochmalig von der Unterhaut abgetrennt und abschließend erneut abgesaugt.
Dieser Eingriff ist mit einem Operationsrisiko verbunden, und die Indikation ist erst nach Therapieversagen sämtlicher konservativer Maßnahmen zu stellen. Mindestvoraussetzung ist ein Schwitzen von mehr als 50 µg Schweiß/Minute auf einer Seite der Achsel. Nach der Operation besteht das Risiko, dass der Körper an anderen Körperstellen mehr schwitzt als vorher, da die Schweißbildung prinzipiell zum Abtransport von Körperwärme dient.
Krankheitsbild
Das übermäßige Schwitzen im Bereich der Axillen ist bei starker
Ausprägung eine Erkrankung, die den Patienten im Sozialleben stark
belastet. Orientierend kann die Hyperhidrose am Ausmaß der
Schweißbildung an Hand- und Fußflächen sowie Achseln in drei
Schweregrade in drei verschiedene Härtegrade eingeteilt werden:
- Grad I: deutliche vermehrte Hautfeuchtigkeit, Schwitzflecken mit 5-10 cm Durchmesser
- Grad II: Bildung von Schweißperlen, Schwitzflecken mit 10-20 cm Durchmesser
- Grad III: Schweiß tropft ab, Schwitzflecken mit mehr als 20 cm Durchmesser
Behandelnde Ärzte
Diese Behandlungen werden von unseren Experten für Dermatochirurgie durchgeführt.Dr. med. Guido Bruning
Chefarzt im Zentrum für Venen- und Dermatochirurgie
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