Krampfadern
Krampfadern entstehen im oberflächlichen Venensystem. Die Hauptursache ist eine angeborene Bindegewebsschwäche, die über eine Ausweitung der Venenwand zu einem Verlust der Klappenfunktion in den oberflächlichen Venen führt. Als Folge zeigen sich an den Beinen erweitert geschlängelt verlaufende Venen. Begünstigt wird die Entstehung durch Bewegungsmangel, schlechte Ernährungsgewohnheiten und hormonelle Einflüsse. Unbehandelt können Krampfadern zu Folgeerkrankungen wie Hautverfärbungen, Ekzemen, Venenentzündungen bis hin zu einem offenen Bein führen.Stammvarikosis
Ziel der Therapie einer Stammvarikosis ist es, die defekten Venenabschnitte aus dem Blutkreislauf zu entfernen, um den Blutrückfluss in das Bein zu unterbinden. Nach deren Beseitigung fließt das Blut problemlos über die intakten tiefen Venen zum Herzen zurück.
- Operative Entfernung: Eine Venenoperation ist die sinnvollste Methode, die Krampfadern dauerhaft zu beseitigen. Nach einem kleinen Schnitt in der Leiste oder der Kniekehle wird die Stammvene mit einer speziellen Sonde gezogen. Diese ebenso moderne wie schonende OP-Technik führt zu sehr guten medizinischen und kosmetischen Ergebnissen. Die Operation erfolgt meist in örtlicher Betäubung, der aus der plastischen Chirurgie bekannten Tumeszenz-Lokalanästhesie. Nur gelegentlich ist eine zusätzliche Vollnarkose notwendig. Moderne Wundverschlusstechniken, die ohne das Entfernen von Nahtmaterial auskommen, ermöglichen ein Abheilen mit meist kaum sichtbaren Narben. Direkt nach der Operation kann und soll der Patient wieder laufen. Um optimale Ergebnisse zu erzielen sollten vier bis sechs Wochen nach der Operation Kompressionsstrümpfe getragen werden.
- Endoluminale RFITT®-Therapie (Radiofrequenz induzierte Thermotherapie): Bei den endoluminalen Verfahren wird nach Punktion oder Aufsuchen der Vene unterhalb des Knies oder am Knöchel eine Sonde ultraschallgesteuert in die defekte Stammvene eingeführt. Diese wird über ein Radiofrequenzverfahren erwärmt und somit dauerhaft verschlossen. Ein Schnitt in der Leiste oder in der Kniekehle ist hierbei nicht erforderlich. Das Verfahren wird meistens ambulant durchgeführt. Die nach dem Eingriff auftretenden Beschwerden sind geringer als bei der klassischen Operation bei gleich gutem kosmetischen und funktionellem Ergebnis. Das RFITT-Verfahren ist derzeit nicht Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherungen.
Retikuläre Varikosis
Die retikulären Varizen werden je nach Ausmaß ambulant oder stationär mit einer Mix-Therapie behandelt. Dabei werden in örtlicher Betäubung mit einem „Häkelnadel“ genannten Instrument die Venen entfernt. Besenreiser oder kleinere retikuläre Venen werden verödet.
Rezidivvarikosis
Da endoluminale Therapieverfahren bei Rezidivvarikosis auf Grund der Venenstruktur meistens nicht in Frage kommen, ist die sinnvollste Behandlungsmethode meistens die erneute Operation.
Hierbei handelt es sich um einen erheblich komplexeren Eingriff als bei einer normalen Krampfader. Die schon einmal operierten Regionen sind in der Regel vernarbt und bilden somit eine besondere Herausforderung für den Operateur. Aus diesem Grund ist es hier oftmals notwendig, zu der Lokalanästhesie eine Vollnarkose hinzuzufügen. Rezidivoperationen werden bei uns mehrfach täglich durchgeführt und unsere Operateure haben auch bei diesen schwierigen Eingriffen einen großen Erfahrungsschatz.
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Krankheitsbild
StammvarikosisDas oberflächliche Venensystem spannt sich im Unterhautfettgewebe wie ein Netz um das Bein. Dabei besitzt jeder Mensch zwei sogenannte Stammvenen: die Vena saphena magna, die an der Innenseite des Oberschenkels läuft und in der Leiste in die tiefe Vene mündet, und die Vena saphena parva, die an der Rückseite des Unterschenkels läuft und in der Kniekehle in die tiefe Vene mündet. Bei einer Stammvarikosis ist ein Defekt in einer oder beiden dieser Stammvenen vorhanden: Es liegt ein Klappenschaden vor.
Retikuläre Varikosis
Retikuläre Varizen sind netzförmige Venenerweiterungen. Häufig scheinen sie bei älteren Menschen nur durch die Haut durch und liegen nicht auf, sie können jedoch auch erweitert sein. Oft stellten sie nur ein kosmetisches Problem dar, manchmal führen sie jedoch auch zu Beschwerden.
Rezidivvarikosis
Hiervon spricht man, wenn nach einer erfolgten Therapie Krampfadern wieder auftreten. Die Häufigkeit der Rückfälle hängt von der verwendeten Therapie ab. Die Rezidivhäufigkeit bei der klassischen operativen Sanierung von Stammvenen führt in der Leiste zu ca. 8-10 % Rezidiven nach fünf Jahren, im Bereich der Kniekehle liegt diese Quote etwas höher. Die modernen endoluminalen Verfahren (siehe unten) zeigen nach fünf Jahren eine identische Häufigkeit von Rezidiven.
Behandelnde Ärzte
Diese Behandlungen werden von unseren Experten für Venenchirurgie durchgeführt:Dr. med. Guido Bruning
Chefarzt im Zentrum für Venen- und Dermatochirurgie
Profil (PDF)
Dr. med. Harald Salzbrunn
Chefarzt im Zentrum für Venen- und Dermatochirurgie
Profil (PDF)
Dr. med. Christiane Kretschmer
Oberärztin
Profil (PDF)