Gefäßchirurgie: Klinik für vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie
Die Abteilung für Gefäßchirurgie widmet sich der operativen und medikamentösen Behandlung von Erkrankungen der Arterien und der Venen mit den zugehörigen Folgeschäden.Gefäßerkrankungen gehören zu den größten Herausforderungen der modernen Medizin - ist doch bereits jeder dritte Bundesbürger über 40 Jahre davon betroffen. Die derzeitige demographische Entwicklung, die den Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung weiter anwachsen lässt, trägt zur Fortführung dieses Trends bei. Aus diesem Grund war es an der Zeit ein eigenständiges Zentrum für Gefäßmedizin in der Region Starnberg am Benedictus Krankenhaus Tutzing zu etablieren. In enger Kooperation mit der neu geschaffenen Abteilung für Angiologie und Phlebologie an unserem Hause haben sich die diagnostischen Möglichkeiten und damit auch die Indikationsstellung für chirurgische, reparative Maßnahmen deutlich erweitert, so dass wir nun eine Hand-in-Hand-Versorgung gefäßkranker Patienten anbieten können.
Neben der offenen Gefäßchirurgie ist ein Schwerpunkt der Abteilung die minimal-invasive Therapie bei Erkrankungen der Schlagadern ("Schlüssellochoperationen", endovaskuläre Therapie). Mit Hilfe dieser Kathetertechniken kann eine Vielzahl von Gefäßveränderungen behandelt werden.
Da in der Abteilung sowohl die offenen Operationsmethoden als auch alle Möglichkeiten der minimal-invasiven Verfahren "aus einer Hand" angeboten werden, ist gewährleistet, dass immer das für den Patienten beste Verfahren angeboten wird und die Verfahren nicht konkurrieren.
Behandlungsspektrum:
- Halsschlagadereinengungen
- Durchblutungsstörungen
- Bauchschlagadererweiterung (Aortenaneurysma)
- Eingeweideschlagadereinengungen
- Diabetes mellitus
- Krampfaderleiden
- Dialyseshuntchirurgie
- Rhythmuschirurgie (Herzschrittmacherimplantation, -Wechsel)
Halsschlagadereinengung
Diese Operationen werden durchgeführt zur Verhütung eines Schlaganfalls, der aufgrund von Durchblutungsstörungen der Hirnarterien eine der häufigsten Todesursachen darstellt und auch im Überlebensfalle die Persönlichkeit eines Menschen nachhaltig verändern kann. Die Rekonstruktion der Halsgefäße kann bei einer geringen operativen Belastung und sehr geringem operativem Risiko einem Schlaganfall wirkungsvoll vorbeugen. Es stehen sowohl die offene Ausschälung der Schlagader als auch die so genannte Stenttherapie zur Verfügung, welche in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann.
Durchblutungsstörungen
Die Behandlung von Durchblutungsstörungen (Schaufensterkrankheit, Raucherbein) an den Beinschlagadern (Arterien) zählt zu den Hauptaufgaben der Abteilung. Sämtliche operativen Behandlungsverfahren kommen zur Anwendung. Neben den etablierten operativen Methoden (Ausschälplastik, Bypassanlage) werden moderne minimalinvasive Techniken wie die Ballonkatheteraufdehnung (PTA) oder Einbringen von Gefäßstützen (Stent) zunehmend angewandt.
Bauchschlagadererkrankung
Zum anderen gehören die Operationen an der Bauchschlagader bei Aneurysmen (Aussackungen) oder bei Verschlüssen beziehungsweise Einengungen zu den Schwerpunkteingriffen der Abteilung. Auch bei dieser Art von Erkrankungen stehen zwei verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Neben der klassischen offenen Operation rückt in letzter Zeit immer mehr die Ausschaltung der Aussackung durch eine innere Gefäßstütze (Stent-Graft-Implantation, EVAR) in den Vordergrund. Dieses schonende Verfahren wird in der Regel in örtlicher Betäubung oder Regionalanästhesie durchgeführt
Eingeweideschlagaderverengungen
Die Behandlung der Darm- und vor allem der Nierenschlagadern tritt in letzter Zeit auf Grund der deutlich verbesserten technischen Möglichkeiten in den Vordergrund. Angewendet werden diese Operationen bei z. B. drohenden Verlust der Niere oder dauerhaft hohen Blutdruck. Veränderungen der Darmschlagadern äußern sich im Allgemeinen mit Bauchschmerzen nach der Mahlzeit.
Diabetes mellitus
Komplikationen der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sind häufig Einengungen und Verschlüsse großer und kleiner Gefäße. Dazu kommt oft eine Gefühlsstörung, so dass insbesondere an Zehen und Füßen Durchblutungsstörungen und Wunden auftreten können. Ein Schwerpunkt der Abteilung ist die Anlage von komplexen Bypässen, auch weit unterhalb des Knies bis auf die Fußschlagadern Nur durch rechtzeitige adäquate konservative oder operative Therapie gelingt es die Durchblutung wieder zu verbessern und größere Gliedmaßenamputationen zu vermeiden.
Krampfadern
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung des Krampfaderleidens und der Beinvenenthrombosen, die operative Therapie der Krampfadern wird zum Teil ambulant durchgeführt. Die Operation erfolgt nach dem klassischen Verfahren der Crossektomie, sowie dem stadiengerechten Stripping des oberflächlichen Venenhauptstammes (Babcock-OP). Die Seitenastentfernung erfolgt unter kosmetischen Gesichtspunkten ("Varady-Methode"). Die kosmetische Behandlung von Besenreisern erfolgt in unserer Sprechstunde ambulant durch die so genannte Sklerosierungstherapie
Shuntchirurgie
Die Shuntchirurgie erfolgt in enger Kooperation mit unserer Abteilung für Allgemeinchirurgie. Die Anlage eines Dialyseshunts wird im Rahmen des Ausfalls der Nierenfunktion nötig. Die Abteilung für Allgemeinchirurgie verfügt über eine langjährige Expertise, was die Anlage derartiger Dialyseshunts anbetrifft. Die bevorzugte und dauerhafteste Lösung ist dabei die Herstellung einer Kurzschlussverbindung zwischen einer Vene und einer Arterie des Unterarmes, wobei die nun arterialisierte Vene sich im Verlauf von wenigen Wochen im Idealfall deutlich erweitert und in der Wand stabilisiert, so dass die notwendigen Punktionen über lange Zeit zuverlässig möglich sind. In vielen Fällen finden sich jedoch bereits entweder bei Eintritt der Dialysepflicht oder nach langjährig erfolgter Dialysebehandlung über eine Vene keine geeigneten körpereigenen Gefäße mehr, so dass auf Gefäßersatzmaterial (Gefäßprothesen aus z.B. PTFE) ausgewichen werden muss. Diese Gefäßprothesen können dann entweder in Unterarm- oder in Oberarmposition eingesetzt und mit geeigneten Arterien sowie in der Tiefe liegenden größeren Venen verbunden werden. In Problemfällen können bei weiterhin erforderlicher, regelmäßiger Dialysebehandlung zur Überbrückung zentralvenöse Kathetersysteme eingesetzt und später wieder entfernt werden.
Rhythmuschirurgie
Auch hier besteht ein enge Kooperation mit der Abteilung für Allgemeinchirurgie. Weitere Informationen finden Sie in der separaten Rubrik Rhythmuschirurgie
Kontakt
Dr. med. Jörg Hawlitzky
Chefarzt Gefäßchirurgie
Sekretariat:
Annegreth Wagner
Tel.: 08158-23-143
Fax: 08158-23-127
j.hawlitzky@krankenhaus-tutzing.de