Allgemeinchirurgie

Diagnostik der Reflux-Krankheit

Eine wichtige Säule bei der Diagnosestellung „Refluxkrankheit“ ist die Spiegelung der Speiseröhre und des Magens. Im refluxmunich, Ihrem Münchner Zentrum für Refluxkrankheiten am Chirurgischen Klinikum München Süd, werden Sie von Spezialisten der Chirurgischen Endoskopie betreut. Da allerdings die Schleimhaut des Verdauungstraktes bei Refluxbeschwerden nicht immer geschädigt sein muss, sind auch andere diagnostische Methoden heranzuziehen, um eine sichere Diagnosestellung zu gewährleisten.

Ösophago-Gastroskopie (Speiseröhren-Magen-Spiegelung)

Sind refluxtypische Schleimhaut-Veränderungen in der Speiseröhre vorhanden, kann die Diagnose „Refluxkrankheit“ bereits mit Hilfe der Spiegelung gestellt werden. In einem Dämmerschlaf werden die Schleimhaut direkt mittels Endoskop beurteilt und Proben entnommen. Anschließend beurteilen qualifizierte Pathologen die Proben, um Entzündungen und Entartungen der Speiseröhren-Schleimhaut, die mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergehen, frühzeitig zu erkennen.

Nach Savary und Miller unterscheidet man 4 Krankheitsgrade:

  • Grad 0 - normale Schleimhaut der Speiseröhre
  • Grad 1 - fleckenförmige rote Schleimhaut-Veränderungen
  • Grad 2 - streifenförmige rote Schleimhaut-Veränderungen
  • Grad 3 - kreisförmige rote Schleimhaut-Veränderungen
  • Grad 4 - Komplikationen (Verengung, chronische Schleimhaut-Veränderungen, Barrett-Ösophagus)

Gemäß der Los-Angeles-Klassifikation (endoskopisches Ausmaß der Defekte) unterscheidet man 4 Stadien:

  • Stadium A - eine oder mehrere Schleimhaut-Veränderungen unter 0,5 cm
  • Stadium B - mindestens eine Veränderung länger als 0,5 cm; Veränderungen überschreiten noch nicht zwei Schleimhaut-Falten
  • Stadium C - es werden mehrere Schleimhaut-Falten von den Veränderungen überschritten, aber es liegen noch keine zirkulären Defekte vor
  • Stadium D - zirkuläre Defekte vorhanden

24h-pH-Metrie (Säuremessung)

Mit Hilfe einer dünnen Sonde, welche über die Nase in die Speiseröhre eingeführt wird, kann der saure Rückfluss von Magensaft über 24 Stunden registriert werden. Diese Methode als sog. Impedanz-Messung hilft selbst dann, wenn in der Speiseröhren-Magen-Spiegelung noch keine Schleimhaut-Veränderungen vorliegen.

Ösophagus-Manometrie (Druckmessung) 

Mit Hilfe einer dünnen Sonde können Bewegungsabläufe in der Speiseröhre während des Schluckaktes dargestellt, und die Funktionstüchtigkeit des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen überprüft werden.

Speiseröhren-Schluckuntersuchung 

Um die Dynamik des Schluckaktes im Speiseröhren-Magen-Bereich darstellen zu können, nutzen wir eine spezielle Röntgen-Videoaufzeichnung mit Hilfe von Kontrastmittel. So können Aussackungen, Erweiterungen oder Verengungen der Speiseröhre bildlich dargestellt werden. Dabei werden auch Hinweise auf Störungen der Bewegungsabläufe und Zwerchfellbrüche gegeben.

Sonstige Verfahren 

Ergänzend können weitere Methoden, wie z.B. eine Magenentleerungs-Messung, zum Einsatz kommen. In Einzelfällen werden auch spezielle Atemtests und andere radiologische Verfahren, wie Ultraschall-, CT- oder MRT-Untersuchungen, durchgeführt, um bei der Diagnosestellung „Refluxkrankheit“ behilflich zu sein.